Religionswissenschaft und Religionsgeschichte
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7.11.2017: Privates ohne Geheimnis

Identitäten im digitalen Zeitalter

7. November 2017
18:30 – 20:00 mit anschließendem Umtrunk
Raum: C 016

Für die wissenschaftliche Arbeit ist Vernetzung mit anderen Forschenden essentiell. Zur schnellen Kommunikation und Information eröffnen digitale Kanäle von twitter, whatsapp, über facebook und researchgate, LinkedIn bis hin zu wissenschaftsorientierten blogs zahlreiche Möglichkeiten. Doch eben solche werden auch für privaten Austausch genutzt und dort kursieren Urlaubsfotos, persönliche Alltagserfahrungen und Filmrezensionen. Längst sind private und öffentliche Identitäten im Netz miteinander vermischt. Es bleibt der Einzelnen überlassen, wie stark digitale Räume bespielt werden und wie sie sich darin darstellen möchte. Welche Identitäten sich jedoch in der Fremdwahrnehmung daraus konstruieren lassen, steht auf einem anderen Blatt.

Peter Seele und Lucas Zapf haben in ihrem Buch „Die Rückseite der Cloud. Eine Theorie des Privaten ohne Geheimnis“ (Springer 2017) darüber nachgedacht, ob es im digitalen Raum noch so etwas wie Privatheit und Geheimnisse geben kann. Sie vertreten die These, dass es eine absolute und freie Privatheit dank der digitalen Technologie nicht mehr gibt und unsere Geheimnisse – ähnlich wie vor der Säkularisierung – bei einer höheren Instanz gespeichert werden, zu der wir selber keinen Zugriff haben. Eben auf der Rückseite der Cloud. Gemeinsam mit zwei Wissenschaftlerinnen aus der Praktischen Theologie kommen die Autoren, Angehörige des Mittelbaus und Studierende über diese und weitere Fragen ins Gespräch.

Wie lässt sich Selbstdarstellung und Profilierung gestalten oder ist sie unserer Kontrolle entzogen?
Wie verhalten sich Privates und Öffentliches im digitalen Raum zueinander?
Wie können wir mit unseren pluralen Identitäten umgehen?
Gibt es noch Räume des Privaten und der Freizeit neben dem akademischen Leben?
Welche Auswirkungen hat die Abschaffung des privaten Geheimnisses auf unsere Selbstwahrnehmung und Verhalten?

Die Frauenbeauftragte der Evangelisch-Theologischen Fakultät lädt Mittelbauangehörige, Studierende und weitere Interessenten aus allen Fachrichtungen ein zum Gespräch und zum anschließenden Umtrunk.

Auf dem Podium diskutieren:

Prof. Dr. Peter Seele, Professor für Wirtschaftsethik und Corporate Social Responsibility an der Università della Svizzera Italiana
Dr. Lucas Zapf, Post Doc an der Sustainability Research Group an der Universität Basel
Katharina Herrmann, Praktische Theologin und Buchbloggerin an der LMU München
Annette Haußmann, Praktische Theologin und Psychologin an der LMU München

Die Diskussion wird moderiert von Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati, Professorin für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte an der LMU München.